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Von Fabiano | Foto: Larissa
Spielbericht
War das der grösste Sieg in der Gottardo Arena?
Mit dem hochemotionalen Sieg im Derby schliesst Ambrì das erste Saisondrittel ab. Vieles war gut bis sensationell, aber es gibt auch Dinge, die noch verbessert werden können.
In der letzten Playoff-Saison vor acht Jahren hatte Ambrì nach 18 Spielen 25 Punkte. Nun sind es acht Zähler mehr. Sich darauf zu viel einzubilden, könnte aber fatal sein und Jussi Tapola wird beim Team schon die richtigen Knöpfe drücken, damit das nicht geschieht. "Die Saison ist noch jung", wie er nach dem Derbysieg betont hat. Für alle, die es interessiert: Letzte Saison waren es zum gleichen Zeitpunkt 19.
Der Saisonstart war schon vor diesem 31. Oktober 2026 grandios, aber mit einem Derbysieg in die Pause gehen zu können, wäre herausragend. Mit diesem Gefühl und einem gewonnenen Punkt beim Leader, ging man in dieses Spiel. Trotz doppelt so vielen Schüssen stand es nach 20 Minuten 0:1. Erst zum dritten Mal diese Saison hat die Prima Squadra das erste Drittel verloren. Sie ist aber mittlerweile so gefestigt, dass sie das und gar ein 0:2 wegstecken kann und innert Minuten ausgleichen kann. Heim mit seinem ersten Saisontor und Kodytek mit dem zweiten Shorthander für das Team stellten nach 40 auf 2:2. Auch ein erneuter Rückstand, bei dem Wüthrich nicht sehr vorteilhaft aussieht, kann Superstar Järventie mit dem elften Saisontor ein weiteres Mal ausgleichen. Wüthrich aber deswegen einen Strick zu drehen, wäre unfair. Mit 92,58% Fangquote ist er an fünfter Stelle. Der beste Goalie der bisherigen Saison ist Ludovic Waeber von Fribourg mit 93,21%. Toptransfer Järventie ist mit 26 Punkten Ligatopskorer - der letzte aus unseren Reihen Ende Saison wurde Kubalik, der dann bekanntlich in die NHL abwanderte.
74 Sekunden vor der möglichen Verlängerung leistete sich Kupari einen Totalaussetzer und schenkte Ambrì ein Powerplay. Dass man das besser nicht tut, sollte man wissen... Mit nun 28,33% sind sie das viertbeste Team der Liga in Überzahl. Nate Schnarr, der sich auf dem Weg zum neuen Publikumsliebling befindet, lässt sich nicht zweimal bitten und schiebt zur erstmaligen Ambrì-Führung ein. Spätestens jetzt scheint die Gottardo Arena zu explodieren - kein Vergleich zum Abend davor in Zürich... Gleichzeitig fragen sich wohl einige: "Was passiert hier, wenn Ambrì wirklich mal was gewinnt?!?"
Die National League führt auf ihrer Homepage 13 Statistiken pro Team auf. In einer führt der HCAP und das in einer Statistik, die man sich vor wenigen Jahren noch nicht hat vorstellen können. Die Leventiner sind mit 53,73% das beste Team an den Bullys. Diese Entwicklung ist wohl ein Hauptgrund für den Höhenflug. Von allen Spielern mit mehr als 100 gespielten Face-Offs führt Nate Schnarr mit der astronomischen Quote von 59,24%. Zweiter ist Jan Kovar und auch nach Teams ist der EVZ der erste Verfolger der Biancoblù. Zug ist dann auch der erste Gegner nach der Pause. Es wird spannend zu sehen sein, ob Lauri Marjamäki Kovar gegen Schnarr laufen lässt. Dazu ist es das Duell der zwei Teams, die am wenigsten Strafen nehmen. Ambrì da zu sehen, war vor nicht allzu langer Zeit schwer vorstellbar...
Entgegen meinen Erwartungen liegt Ambrì in der Effizienz leicht unter dem Ligaschnitt. Auch ohne Einbezug der Excpected Goals ist das durchaus ein beruhigender Fakt. Ambrì überperformt nicht masslos. Dass die Imports eingeschlagen haben, ist kein Geheimnis. Nur in Kloten und bei Ajoie erzielen sie prozentual mehr Treffer. Es zeigt sich also, dass Ambrì doch auf herausragende Imports angewiesen ist. Am Ende dieser Rangliste liegt übrigens Zug. Eine Statistik habe ich doch noch gefunden, in der der HCAP das Schlusslicht ist. Niemand ist in Unterzahl schlechter als sie, aber glücklicherweise spielen sie da so wenig. Sowieso sollten wir nicht das Haar in der Suppe suchen und das Tapola überlassen. Wir wissen zu gut, wie schnell es in die andere Richtung gehen kann.
AMBRÌ PER SEMPRE!
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